Rat der Stadt Medebach Medebach, 19. April 2011
Österstr. 1
59964 Medebach
Bezirksregierung Arnsberg
Herr Salomon
Seibertzstr. 1
59821 Arnsberg
Stellungnahme der Stadtvertretung Medebach zur aktuellen Situation der Verbundschule Hallenberg / Medebach
Sehr geehrter Herr Salomon,
sehr geehrte Damen und Herren!
Der Rat der Stadt Medebach hat sich in seiner Sitzung am 31.03.11 erneut mit der aktuellen Schulentwicklung beschäftigt. Zur Entscheidung stand der bisherige Beschluss zum möglichen Klageverfahren gegen den Realschulzweig Winterberg.
Grundlage war die gemeinsame Sondersitzung der Stadtvertretungen von Hallenberg und Medebach am 30.09.2010. Hier haben wir deutlich unseren Unmut über den Alleingang der Stadt Winterberg sowie der Bezirksregierung zur Genehmigung eines Realschulzweiges in Winterberg zum Ausdruck gebracht.
In Ihrem Schreiben vom 27.01.2011 teilen Sie uns nun mit, dass Sie eine Bestandsgefährdung unserer Schule nicht sehen. Vielmehr sichern Sie uns einen sorgsamen und verantwortungsvollen Umgang mit der Entwicklung der Verbundschule Hallenberg/ Medebach zu.
Für diese positive Aussage danken wir Ihnen ausdrücklich.
Erst durch die Empfehlung der Verwaltung und des Bürgermeisters der Stadt Medebach hat der Rat mehrheitlich entschieden, den Klageweg derzeit nicht zu gehen. Vielmehr vertrauen wir den positiven Aussagen, die Sie gegenüber den Bürgermeistern Grosche und Kronauge am 26.01.11 persönlich bzw. am 27.01.11 schriftlich getroffen haben.
Der Stadtvertretung ist es aber wichtig, Ihnen mit diesem Schreiben noch einmal unsere Sichtweise wie folgt aufzuzeigen:
1. Nach Vorlage der aktuellen Anmeldezahlen für das neue Schuljahr müssen wir feststellen, dass unsere Sorge berechtigt war und weiterhin berechtigt ist.
Allein im Vergleich zum Vorjahr sind die Anmeldezahlen um über 35% zurückgegangen. Der Anteil der für uns notwendigen „auswärtigen“ Schüler aus dem Raum Winterberg ist von 20 auf 3 Schüler zusammengebrochen.
Die 3-Zügigkeit der Verbundschule ist nur mit Ausnahmegenehmigung möglich. Die in Winterberg angemeldeten 28 Schüler könnten rein rechnerisch bereits jetzt zu 100% von der Verbundschule Hallenberg/Medebach aufgenommen werden.
Sicherlich hat diese Entwicklung mehrere Ursachen (u.a. Wegfall der Schulempfehlungen der Grundschulen). Der dauerhafte Bestand des Realschulzweiges in Hallenberg und Medebach wird jedoch durch die jetzt in Winterberg genehmigte Schulform zusätzlich gefährdet.
2. Bei den Beratungen und Entscheidungen in 2007 ging es um ein langfristiges Konzept für unsere Region. Es wurden Kompromisse geschlossen und bestehende Schulen von uns aufgegeben.
Hier wurde nicht von einem Zwischenschritt gesprochen, wie Sie in Ihrer Stellungnahme darstellen. Unter Berücksichtigung der Realschüler aus dem Raum Winterberg wurde das gemeinsame Projekt vielmehr als eine „Speerspitze für ganz NRW“ (Zitat der Schulministerin Sommer, Sauerlandkurier 09.11.08) bezeichnet. Hier ging es um langfristige Lösungen, nicht um einen ersten Baustein oder einen Zwischenschritt.
Wir sehen weiterhin die vorrangige Rolle der Verbundschule Hallenberg/Medebach in der gemeinsamen Bildungsregion mit Winterberg!
Mit freundlichen Grüßen
Johannes Rabe Christa Hudyma
CDU-Fraktionsvorsitzender FWG-Fraktionsvorsitzende
Brunhilde Sengen Michael Papenheim
SPD-Fraktionsvorsitzende FDP-Fraktionsvorsitzender